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Gastvortrag von Dr. Tom Kirschbaum

Tom Kirschbaum nachdenklich (2) ©Lena Michaelis

Viele Studenten träumen davon, zukünftig ihr eigenes Unternehmen zu gründen oder sehen sich als engagierte MitarbeiterInnen  in einem der vielen Berliner Startups. Wie der Alltag als Entrepreneur wirklich aussieht, berichtet Dr. Tom Kirschbaum, COO und Mitbegründer der Door2Door GmbH, während der Bachelorveranstaltung „Leadership, Change, Culture“ am 26. April 2016 an der Europa-Universität Viadrina.

Innovationen finden heute vielmehr in kleinen Startups statt als in traditionellen Großunternehmen, so Tom. Doch ein solches Unternehmen zu gründen braucht vor allem Mut und den starken Willen, etwas zu bewirken. Toms Vision ist es, den öffentlichen Straßenverkehr mit einem bedarfsgesteuerten Service zu revolutionieren. Mit viel Witz und Charme berichtet er von seinen ersten Schritten ins Unternehmertum: Einem jungen Mann mit  glänzenden Zukunftsaussichten in einer Wuppertaler Bank, der sich für ein Leben ohne festes Einkommen und ohne Reputation entscheidet. „Man muss seine comfort zone verlassen, um wahre Magie zu erleben“, erzählt Tom. Als besonders schwierig beschreibt er dabei die Finanzierung seines Vorhabens und die Suche nach Investoren. Wie ein Straßenmusiker auf Familienfeierlichkeiten aufzutauchen, ohne jegliche Erfolgsgeschichten, potentielle Geldgeber im Golf Club zum Lunch auszuführen und um Geld zu bitten waren mitunter die größten Herausforderungen. Doch trotz vieler Misserfolge und Enttäuschungen ist es wichtig, nie den Fokus zu verlieren und die Geduld zu bewahren. Dabei hatte er stets sein Idol, den Unternehmer Richard Branson, vor Augen.

Der Motor eines Startups sind außerdem Menschen, die etwas bewirken wollen und bereit sind, eine gewisse Zeit ihres Lebens einem Unternehmen zu widmen, ohne zu wissen, ob dieses Erfolg haben wird. Als Führungskraft eines solchen Teams sind ein gutes Motivationsvermögen und Authentizität  wesentliche Voraussetzungen. Außerdem ist es bedeutsam, seinen MitarbeiterInnen von Beginn an Eigenverantwortung zu übertragen und gleichzeitig Misserfolge als einen Teil des Lernprozesses zu sehen. Vertrauen unter den Teammitgliedern ist dafür unerlässlich, denn man braucht Mut um sich Niederlagen untereinander einzugestehen. Bei der Auswahl seiner Angestellten sind Tom Werte wie Courage, Ambition und Einfühlungsvermögen teils wichtiger als technische Fertigkeiten. Er ist stets bemüht seinen Kollegen mit gutem Beispiel voranzugehen und ihnen Raum für ihre persönliche Entwicklung zu bieten. Dieses Konzept scheint für Tom aufzugehen. Sein Unternehmen besteht aus ca. 40 Angestellten verschiedenster Nationen mit Headquarten in Berlin und Brasilien. Seinem großen Idol Branson ist er in den vergangenen Jahren auf jeden Fall ein ganzes Stück näher gekommen.