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Neujahrsempfang 2011

Am Dienstag, den 11. Januar lud der Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Makroökonomie, zum Neujahrsempfang für VWL-Professoren, Mitarbeiter und Studenten ein. In gemütlicher Runde wünschte Prof. Georg Stadtmann allen Anwesenden ein frohes neues Jahr.

Unter dem Stichwort: „Professores orakeln die Zukunft“ bezog Prof. Stadtmann in seiner Neujahrsansprache Stellung zu den wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Euroraum. Hier ging er näher auf die Schuldenkrise in Griechenland und die damit verbundene Schnürung von Rettungspaketen ein. Bezüglich der Lösung der damit verbundenen Euro-Krise sah Prof. Stadtmann nur eine „Pest oder Cholera“-Entscheidungsmöglichkeit zwischen der Ausgabe von Eurobonds oder dem immer neuen Auflegen von Rettungspaketen seitens der Politik. In diesem Zusammenhang wies er auf das verlorengegangene Vertrauen der Finanzmärkte in die Haushaltsdisziplin der Euro-Mitgliedsstaaten hin. Diesen Punkt untermauerte er mit einem Zitat  von Prof. Hans-Werner Sinn, dass die politischen Schuldenbremsen bisher immer versagt haben und nur die Finanzmärkte mit ihrem Zinsspread zu mehr Haushaltsdisziplin führen würden.

Diesen Punkt nahm Prof. Peters auf, um über die Effizienz von Finanzmärkten zu sprechen. Er verwies zuerst darauf, dass die in den Wirtschaftsmodellen unterstellten Annahmen zu Effizienz von Märkten in der Realität (wenn überhaupt) nur sehr selten zu finden sind. Bezüglich der hohen Zinskosten für Länder der Europeripherie stellte er die Frage, inwieweit diese fundamental gerechtfertigt seien und begründete dies mit der Staatsverschuldung in Spanien, die sogar geringer sei als die deutsche. Nichtsdestoweniger müsste Spanien höhere Zinsen für seine Kredite bezahlen. Weiterhin regte er eine europäische Ratingagentur an, um ein Gegengewicht zu den amerikanischen Agenturen zu schaffen, die mitunter nicht rationale Entscheidungen treffen.

In einem weiteren Diskussionsbeitrag übte Prof. Ribhegge Kritik an der personenzentrierten  Sichtweise der Politik. Der Einwand Prof. Ribhegges bezog sich dabei auf den demokratischen Prozess der Entscheidungsfindung, welcher in Deutschland üblich sei. Weiterhin sah er im Gegensatz zu Prof. Peters, dass die Finanzmärkte effizient seien. In diesem Zusammenhang merkte Prof. Bolle an, dass für eine zielführende Diskussion bezüglich der Effizienz von Finanzmärkten der Begriff selbst definiert werden sollte, um Missverständnisse zu vermeiden.

Nach diesem offiziellen Teil der Veranstaltung ging die Diskussion bei Snacks und Getränken in kleinen Gruppen weiter. Der Abend endete für Studenten, Mitarbeiter und Professoren gleichermaßen erfolgreich. Die positive Resonanz lässt auf ein Fortbestehen dieser Veranstaltungsreihe hoffen.

 

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