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2. Wissenschaftliche Begleitung der Umstellung öffentlicher Institutionen/Organisationen von der kameralen auf die doppelte Buchführung

Aktuelle Projekte

Annemarie Conrath-Hargreaves und Sonja Wüstemann

In diesem Forschungsprojekt wird am Beispiel des Rechnungswesens die Steuerung ko-existierender, konfligierender institutioneller Logiken in einer deutschen Bildungseinrichtung untersucht. Es wird zunächst kurz aufgezeigt, dass die eigens initiierte Angleichung der Institution an unternehmerische Strukturen (corporatization) durch die Übernahme von Konzepten aus dem New Public Management zu einem Nebeneinander der staatlichen und der unternehmerischen Logik geführt haben, die teilweise in erheblichem Konflikt zueinanderstehen und unterschiedliches Verhalten implizieren. Anhand der Änderungen des Rechnungswesens wird anschließend im Detail demonstriert, dass die unternehmerische Logik nur oberflächlich übernommen wurde, um bestimmte Stakeholder zu befriedigen und um die Legitimität nach außen zu wahren, sich die tatsächliche Praxis aber nach wie vor nach der staatlichen Logik richtet. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass diese Form der organisationellen Antwort auf den Konflikt, die sog. Abkopplungsstrategie (decoupling), nicht nur die Chance auf eine Hybridisierung der Institution vermindert, sondern insbesondere im Falle einer reaktiven anstelle einer proaktiven Abkopplungsstrategie (reactive vs. proactive decoupling) auch zu einer Krise auf organisationeller Ebene führen kann. Insgesamt trägt die Studie damit zu einem besseren Verständnis des Umgangs von Organisationen mit institutioneller Komplexität und der organisationalen Fähigkeit zur Erlangung eines hybriden Status bei.

Abgeschlossene Projekte / Publikationen

Conrath-Hargreaves, Annemarie/Wüstemann, Sonja (2019): Multiple institutional logics and their impact on accounting in higher education: The case of a German foundation university, erscheint in:  Accounting, Auditing & Accountability Journal, Vol. 32, Issue 3, forthcoming.

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